Konzept zum Übergang von der Sekundarstufe I in die gymnasiale Oberstufe an der Städtischen Gesamtschule Emmerich am Rhein

1. Ausgangslage und Zielsetzung

Der Übergang von der Sekundarstufe I in die gymnasiale Oberstufe stellt für viele Schülerinnen und Schüler einen wichtigen Schritt in ihrer schulischen Laufbahn dar. Mit dem Wechsel von der Jahrgangsstufe 10 in die Einführungsphase (EF) verändern sich sowohl die fachlichen Anforderungen als auch die organisatorischen Strukturen des Unterrichts deutlich. Gleichzeitig steigt die Eigenverantwortung der Lernenden für ihren individuellen Lernprozess.

Als Gesamtschule verfolgt die Schule das Ziel, allen Schülerinnen und Schülern möglichst lange gemeinsame Lernwege zu ermöglichen und unterschiedliche Bildungsabschlüsse zu eröffnen. Die gymnasiale Oberstufe bildet dabei einen zentralen Bestandteil des Bildungsangebotes und ermöglicht den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife.

Um den Übergang in diese Phase der Schullaufbahn möglichst erfolgreich zu gestalten, wurde ein verbindliches Übergangskonzept entwickelt. Dieses verfolgt insbesondere folgende Ziele:

• frühzeitige Information über Anforderungen und Möglichkeiten der gymnasialen Oberstufe

• individuelle Beratung der Schülerinnen und Schüler

• gezielte Unterstützung beim Erreichen der Qualifikation für die Oberstufe

• Transparenz in Bezug auf Laufbahnplanung und Fächerwahl

• pädagogische und soziale Vorbereitung auf die Einführungsphase

• fachliche Vorbereitung auf die Anforderungen der Oberstufe

Der Übergang in die Oberstufe wird dabei nicht als einzelnes Ereignis verstanden, sondern als mehrjähriger Prozess, der bereits am Ende der Jahrgangsstufe 9 beginnt und bis zum Einstieg in die Einführungsphase begleitet wird.


2. Grundprinzipien des Übergangskonzeptes

Das Übergangskonzept der Schule basiert auf mehreren zentralen Leitgedanken.

  • Frühzeitige Beratung und Orientierung
  • Schülerinnen und Schüler werden bereits frühzeitig über die Anforderungen und Möglichkeiten der gymnasialen Oberstufe informiert. Dadurch können sie ihre schulische Entwicklung gezielt auf die Qualifikation für die Oberstufe ausrichten.
  • Individuelle Begleitung
  • Durch strukturierte Beratungsgespräche erhalten Schülerinnen und Schüler eine individuelle Rückmeldung zu ihrem Leistungsstand und zu möglichen Entwicklungsschritten.

Transparenz der Anforderungen

Durch Hospitationen, Informationsveranstaltungen und Beratungsangebote werden die Anforderungen der Oberstufe frühzeitig sichtbar gemacht.

Pädagogische Kontinuität

Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen der Sekundarstufe I und der gymnasialen Oberstufe wird eine kontinuierliche Begleitung der Schülerinnen und Schüler gewährleistet.

3. Beratungsstruktur und Beratungsteams

Ein zentraler Bestandteil des Übergangskonzeptes ist eine strukturierte und individuelle Beratung der Schülerinnen und Schüler.

Hierzu werden Beratungsteams aus speziell qualifizierten Lehrkräften gebildet. Diese bestehen aus:

• Beratungslehrerinnen und Beratungslehrern der Schule

• der Abteilungsleitung der Jahrgänge 9 und 10

• der Abteilungsleitung der gymnasialen Oberstufe

Die Organisation der Beratungsgespräche erfolgt durch die Abteilungsleitung III.

Zur Vorbereitung der Gespräche werden den Beratungslehrkräften aufbereitete Leistungs- und Notenübersichten der Schülerinnen und Schüler zur Verfügung gestellt. Diese ermöglichen eine fundierte Einschätzung des aktuellen Leistungsstandes und bilden die Grundlage für individuelle Beratungsgespräche.

4. Individuelle Beratung und Zielvereinbarungen

Die individuelle Beratung beginnt in der Regel gegen Ende der Jahrgangsstufe 9 und wird im Verlauf der Jahrgangsstufe 10 fortgeführt.

Im Rahmen der Beratungsgespräche werden gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern folgende Aspekte besprochen:

• aktueller Leistungsstand

• Voraussetzungen für die Qualifikation zur gymnasialen Oberstufe

• individuelle Stärken und Entwicklungsbereiche

• mögliche Unterstützungsmaßnahmen

Ein wichtiger Bestandteil dieser Gespräche ist die Vereinbarung individueller Ziele.

Dabei wird gemeinsam geklärt:

• welche Leistungen verbessert oder stabilisiert werden müssen

• welche Lernstrategien hilfreich sein können

• welche Förderangebote genutzt werden können.

Die Beratungslehrkräfte stehen den Schülerinnen und Schülern auch nach den Beratungsgesprächen weiterhin als Ansprechpartner für Rückfragen oder Unterstützungsbedarf zur Verfügung.


5. Frühzeitige Kontakte zur Oberstufe

Um den Übergang möglichst niedrigschwellig zu gestalten, wird darauf geachtet, dass Lehrkräfte der gymnasialen Oberstufe bereits frühzeitig im Unterricht der Jahrgänge 9 und 10 eingesetzt werden.

Dies ermöglicht

• das frühzeitige Kennenlernen der Oberstufenlehrkräfte

• kurze Kommunikationswege bei Fragen oder Problemen

• einen kontinuierlichen Kontakt zwischen Sekundarstufe I und II.

Diese Maßnahme ist insbesondere vor dem Hintergrund der organisatorischen Struktur der Schule mit unterschiedlichen Standorten von Bedeutung.


6. Hospitationstage in der gymnasialen Oberstufe

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Übergangskonzeptes sind Hospitationstage in der Oberstufe, die in der Regel im November oder Dezember der Jahrgangsstufe 10 stattfinden.

Die Organisation erfolgt durch die Abteilungsleitung der Sekundarstufe II in Zusammenarbeit mit den Beratungslehrkräften.

Während dieser Tage erhalten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 die Möglichkeit, am regulären Unterricht der gymnasialen Oberstufe teilzunehmen. Dabei können sie insbesondere Fächer kennenlernen, die ihnen aus der Sekundarstufe I noch nicht vertraut sind.

Die Hospitationstage ermöglichen den Schülerinnen und Schülern

• einen realistischen Einblick in die Arbeitsweise der Oberstufe

• das Kennenlernen neuer Unterrichtsformen

• eine bessere Einschätzung eigener Interessen und Fähigkeiten.


7. Fächerbörse und Laufbahnberatung

Im Verlauf der Jahrgangsstufe 10 findet eine Fächerbörse zur individuellen Laufbahnplanung statt.

An diesem Tag nehmen sich die Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer sowie die Abteilungsleitung der gymnasialen Oberstufe bewusst einen gesamten Schultag Zeit, um mit den zukünftigen Oberstufenschülerinnen und -schülern ihre individuelle Laufbahn zu planen.

Die Beratung erfolgt in der Regel in Einzel- oder Kleingruppengesprächen.

Dabei werden insbesondere folgende Themen behandelt:

• Wahl der Fächer in der Einführungsphase

• mögliche Leistungsschwerpunkte

• Anforderungen einzelner Fächer

• langfristige Planung bis zum Abitur.

Die Fächerbörse stellt somit einen wichtigen Schritt zwischen der allgemeinen Information über die Oberstufe und der konkreten Organisation des Übergangs dar.


8. Informationsabend für Eltern und Erziehungsberechtigte

Der Übergang in die gymnasiale Oberstufe wird durch einen Informationsabend für Eltern und Erziehungsberechtigte begleitet.

Dieser wird von der Abteilungsleitung der gymnasialen Oberstufe gemeinsam mit den Beratungslehrkräften organisiert.

Im Rahmen dieser Veranstaltung werden unter anderem folgende Themen vorgestellt:

• Aufbau und Struktur der gymnasialen Oberstufe

• Organisation der Einführungsphase

• Grundprinzipien der Kurswahl

• Anforderungen und Arbeitsweisen der Oberstufe

• Beratungs- und Unterstützungsangebote der Schule.

Der Informationsabend trägt dazu bei, Transparenz zu schaffen und Eltern sowie Erziehungsberechtigte in den Übergangsprozess einzubeziehen.


9. Brückentage am Ende der Jahrgangsstufe 10

Am Ende der Jahrgangsstufe 10 finden Brückentage zur Oberstufe statt.

Diese dienen dazu,

• die zukünftige Jahrgangsstufe der Einführungsphase zusammenzuführen

• soziale Kontakte zwischen den Schülerinnen und Schülern aufzubauen

• organisatorische Strukturen der Oberstufe kennenzulernen.

Während dieser Tage werden außerdem Mentorengruppen gebildet, die eine wichtige Rolle in der pädagogischen Begleitung der Einführungsphase spielen.


10. Mentorenprogramm der Oberstufe (Kurzfassung vgl. Mentorenkonzept GE_Emmerich)

In der Oberstufe werden die Schülerinnen und Schüler in Mentorengruppen organisiert. Jede Mentorengruppe wird von einer Lehrkraft begleitet, die als Mentorin oder Mentor fungiert.

Die Mentorinnen und Mentoren übernehmen unter anderem folgende Aufgaben:

• Beratung bei organisatorischen Fragen

• Begleitung bei schulischen Herausforderungen

• Förderung der individuellen Lernentwicklung.

Das Mentorenprogramm stellt eine wichtige pädagogische Struktur dar, die den Übergang in die Oberstufe zusätzlich unterstützt.


11. Fachliche Vorbereitung und Vertiefungskurse

Um den Übergang fachlich möglichst erfolgreich zu gestalten, können je nach Bedarf Vertiefungs- und Förderkurse eingerichtet werden.

Diese dienen insbesondere dazu,

• fachliche Lücken zu schließen

• grundlegende Kompetenzen zu sichern

• Schülerinnen und Schüler gezielt auf die Anforderungen der Einführungsphase vorzubereiten.

Solche Angebote können insbesondere in den Fächern

• Deutsch

• Mathematik

eingerichtet werden.


12. Evaluation und Weiterentwicklung des Konzeptes

Die Maßnahmen zum Übergang von der Sekundarstufe I in die gymnasiale Oberstufe werden regelmäßig reflektiert und weiterentwickelt.

Ein wichtiger Bestandteil dieser Evaluation ist die Analyse der Leistungsentwicklung der Schülerinnen und Schüler in der Einführungsphase.

Die Evaluation erfolgt im Rahmen der Halbjahres- und Ganzjahreskonferenzen der Einführungsphase.

Dabei werden insbesondere folgende Aspekte betrachtet:

• Leistungsentwicklung der Schülerinnen und Schüler

• Erfahrungen der Fachlehrerinnen und Fachlehrer

• Rückmeldungen der Beratungslehrkräfte

• organisatorische Abläufe des Übergangsprozesses.

• Kriteriengeleiteter Vergleich mit den vorausgegangenen Jahrgängen

Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Weiterentwicklung des Konzeptes ein, sodass die Maßnahmen kontinuierlich an die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler angepasst werden können.